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Definition: Was ist Nordic Walking?


Nordic Walking ist eine Ausdauersportart und eine Variante des Walking; hierbei werden beim Gehen zwei spezielle Stöcke eingesetzt.

Ursprung: Woher kommt Nordic Walking?


Nordic Walking kommt aus Finnland und ist dort seit Jahren der beliebteste Breitensport.
Erste Anfänge gab es allerdings schon in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts: Insbesondere Skilangläufer versuchten, mit Stöcken ein Sommertraining ihrer Sportarten zu ermöglichen.
In den Jahren 1992 / 1993 (Studien von Stoughton, Larkin und Karavan 1992 und Hendrickson 1993) wurde dann in der amerikanischen Fachliteratur das sogenannte „Pole Walking“ (Pole = Skistock) publiziert. Man definierte dies als Walking mit speziell abgeänderten Skistöcken zur Unterstützung der Langlauf-Armbewegung. Die Studien untersuchten Ausdauereffekte, Trainingsreize und psychologische Profile des „Pole Walkings“. Aufgrund der hervorragenden Ergebnisse wurde es als Ausdauersportart propagiert, konnte sich vor allem wegen den bis dahin nicht erhältlichen Stöcken nicht durchsetzen.
Erst als 1997 als Resultat einer Diplomarbeit und der Kooperation mit einem Skistock-Hersteller spezielle Nordic-Walking-Stöcke produziert und angeboten wurden, stieg das Interesse an dieser Sportart rasant an.
Über Finnland und später Europa hat Nordic Walking mittlerweile die gesamte Welt „erobert“ – allein im „Ursprungsland“ Finnland walken mittlerweile weit über eine Million Sportbegeisterte!

Nutzen: Welche Vorteile bietet Nordic Walking?


  • 40% höherer Kalorienverbrauch gegenüber dem herkömmlichen Walking, ohne dass es als anstrengender empfunden wird
  • Verbrennt ca. 400 kcal pro Stunde (allerdings abhängig von Strecke, Kondition, Körpergewicht etc.)
  • Nordic Walking ist ein Ganzkörpertraining
  • Gelenkschonender als Laufen / Joggen – keine Sprungphase!
  • Gefahr der Überanstrengung, Verletzung o. ä. im Vergleich zum Laufen / Joggen minimal
  • Ideal auch für Untrainierte (Anfänger oder Wiedereinsteiger), Übergewichtige, Senioren, Menschen mit Gelenkschäden, verletzte Läufer (nach Rücksprache mit dem Arzt)
  • Sicherer Halt durch den Einsatz der Nordic-Walking-Stöcke
  • Training ist das ganze Jahr und bei jeder Witterung möglich
  • Ist einzeln, aber auch in Gruppen möglich
  • Über 600 der 656 Muskeln werden trainiert (> 90% der Gesamtmuskulatur)
  • Nordic Walking verbessert die Herz- und Kreislaufleistung
  • entlastet den Bewegungsapparat durch den Einsatz der Stöcke um bis zu 30%
  • kann bei Anwendung der richtigen Technik Verspannungen lösen, z. B. im Nacken- und Schulterbereich
  • ist unter qualifizierter Anleitung durch einen geschulten Trainer schnell erlernbar
  • und vor allem: Nordic Walking macht enormen Spaß!


Ausrüstung: Was benötige ich?


  • Geeignete Schuhe – grundsätzlich kommen eigentlich alle Schuhe für Walking in Frage, die bequem sitzen, einen guten Halt bieten, rutschfest sind und in denen längere Strecken ohne Probleme zu bewältigen sind; denkbar sind z. B. spezielle Walking / Nordic Walking Schuhe oder auch Joggingschuhe mit angepasstem Profil; unsere Empfehlung: Lassen Sie sich hier im Fachhandel ausführlich beraten
  • Geeignete Kleidung: Alles was leicht, bequem und dem Wetter entsprechend angepasst ist; ideal ist Kleidung aus Multifunktionsfaser (atmungsaktives Material), diese kann „in Zwiebeltechnik“ übereinander getragen werden, z.B. Unterhemd, Shirt, Pulli und / oder Jacke. Schweiß wird durch die Fasern nach außen abtransportiert, der Körper bleibt trocken und angenehm warm; auch hier empfehlen wir Beratung im Fachhandel
  • Nordic-Walking-Stöcke: Die Stöcke sind beim Nordic Walking das wichtigste Utensil, bitte lassen Sie sich vor dem Kauf ausführlich beraten, am Besten von einem Nordic-Walking-Trainer – der Fachhandel ist hier leider nicht immer 100 % kompetent; eine Fehlwahl kann hier etwas teuer werden! Einige Tipps hierzu (mehr in unseren Kursen):
    • Am Wichtigsten hier: Ski-, Trekking- oder Wanderstöcke sind für Nordic Walking absolut ungeeignet!
    • Als Stockmaterial empfehlen wir Faserverbund mit hohem Carbonanteil (dies macht die Stöcke hart, extrem langlebig, gleichzeitig leicht und insbesondere gelenkschonend vibrationsarm)
    • Die Hersteller stufen die Stocklängen mit 2.5 cm bzw. 5.0 cm ab (also 100.0 / 102.5 / 105.0 /107.5 / 110 cm bzw. 100 / 105 / 110 cm) ab; die korrekte Stocklänge berechnet sich näherungsweise aus 0.7 x Körpergröße; ein Beispiel hierzu: Körpergröße = 170 cm = 1.70 m; Stocklänge: 0.7 x 170 cm = 119.0 cm, also sind hier Stöcke mit 120 cm zu empfehlen; dies sind nur Anhaltswerte, da sportliche Nordic Walker oft längere Stöcke benutzen, Anfänger sich aber mit etwas kürzeren „leichter tun“; weitere Kontrolle: Bei senkrecht aufgesetztem Stock sollte der Winkel zwischen Ober- und Unterarm ca. 90° bis 100° betragen
    • Die Stockspitzen sollten aus langlebigem Hartmetall gefertigt und ggfls. austauschbar sein; für Asphalt gibt es Aufsätze aus Kunststoff (sog. Pads); mittlerweile gibt es sogar drehbare Spitzen (Wahl zwischen Asphalt und Normalterrain)
    • Der Stockgriff sollte anatomisch korrekt gefertigt und mit hautfreundlichem Material versehen sein (wir empfehlen hier Kork)
    • Die Bedeutung der Stockschlaufen wird selbst von ausgebildeten Trainern immer wieder unterschätzt – spätestens hier trennt sich die Spreu vom Weizen und nicht nur die Stöcke der meisten Billiganbieter sind hier als absolut untauglich einzustufen; wir empfehlen bequeme, leicht verstellbare Schlaufen, idealerweise mit einem Click-System leicht vom Stock zu lösen – in jedem Fall aber mit einer ergonomischen integrierten Daumenführung
  • Reichlich Tipps, auch zum Geldsparen, gibt es natürlich in unseren Kursen


Technik: Wie wird Nordic Walking richtig durchgeführt?


Wir sind der festen Überzeugung (und die Praxis zeigt es immer wieder), dass Walking bzw. Nordic Walking weder aus Büchern, Zeitschriften noch von Internetseiten korrekt gelernt werden kann – egal wieviel Text oder wieviele Bilder verwendet werden.
Insbesondere beim Erlernen der Technik am Anfang schleichen sich sehr schnell Fehler ein, die nur vom qualifizierten Trainer gesehen und sofort korrigiert werden können.
Diese Fehler wirken sich im „besten Fall“ nur „optisch“ aus – jeder hat diese teilweise etwas eigenartigen Nordic-Walking-Techniken im Wald oder Park schon gesehen – da schleifen Stöcke oder werden nur minimal benutzt, es wird nicht richtig gegriffen oder aber auch nie mehr losgelassen uvm.
Im schlimmsten Fall aber beeinträchtigen Sie mit einer falschen Technik evtl. sogar Ihre Gesundheit – z. B. durch Verspannungen, Verletzungen uvm.Jeder, der zuerst „im Selbststudium“ versucht hat, Walking oder Nordic Walking zu lernen, und anschließend einen qualifizierten Kurs besucht hat weiß, was gemeint ist – dies ist auch dem Autor dieser Zeilen passiert.Unsere Empfehlung hierzu: Nehmen Sie einen Anfängerkurs bei einem lizensierten Trainer vor Ort – es lohnt sich in jedem Fall!

Der Vollständigkeit halber hier trotzdem eine Zusammenfassung des recht komplexen Bewegungsablaufs; in den Kursen werden Sie hiervon nichts merken – sie sind so geführt, dass Sie ohne Theorie und Text praxisgerecht sehr leicht und in kurzer Zeit an die Technik herangeführt werden.

  • Der Bewegungsanfang: Mit dem linken Bein wird begonnen, der rechte Arm ist leicht gebeugt und wird mit abgewinkeltem Stock nach vorn gehalten. Die linke Faust ist auf Höhe des Beckens positioniert, und während des Stockschubes wird der linke Arm nach hinten gestreckt. Beim Abstoßen vom Boden ist das rechte Bein am Knöchel gestreckt. Das linke Bein liegt vorn und die Ferse berührt zum Ansatz eines neuen Schrittes den Boden.
  • Der Stockschub des rechten Armes und der Abstoß des linken Beines erfolgen zeitgleich, die Fäuste gleiten knapp vor dem Körper aneinander vorbei, und der Stockschub der rechten Hand beginnt, sobald die Faust das Becken passiert hat. Gleichzeitig schwingt der linke Arm nach vorn und unten. Die Faust umfasst dabei den Stockgriff. Wenn das rechte Bein die gleiche Höhe wie das linke erreicht, wird es in Kniehöhe leicht gebeugt. Das Gewicht liegt auf dem linken Bein und dem Stock der rechten Hand.
  • Der Abschluss: Der Stockschub ist bei voller Streckung des rechten Armes abgeschlossen. Um die völlige Streckung des Armes zu erreichen, wird die Hand leicht geöffnet, und der abschließende Stoß wird über die Stockschlaufe ausgeführt. Gleichzeitig wird die linke Faust mit dem Stockgriff leicht nach oben und nach vorn gehoben, wobei der Arm leicht gebeugt wird. Beim Abstoßen vom Boden ist das linke Bein am Knöchel gestreckt. Das rechte Bein liegt vorn und die Ferse berührt zur Einleitung eines neuen Schrittes den Boden.
  • Der nächste Schritt: Der Stockschub der rechten Hand wird durch Öffnen der Handfläche und fast völlige Streckung des Armes beendet. Der Stockschub des linken Armes beginnt. Das linke Bein beginnt den Schritt und das Gewicht wird auf das rechte Bein verlagert, der Körper ist schräg vorgebeugt.